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Kirschlorbeer Herkunft

Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und ist entgegen seines Namens kein echter Lorbeer, sondern ein immergrüner Strauch, der ursprünglich aus den Regionen Südosteuropas und Vorderasiens stammt. Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Balkan über die Türkei bis hin zum Kaukasus und Nordiran. In diesen Regionen wächst er vornehmlich in lichten Wäldern, an Gebirgsbächen sowie auf humusreichen, gut wasserversorgten Böden in gemäßigtem Klima.

Bereits seit dem 16. Jahrhundert wird der Kirschlorbeer in Mitteleuropa kultiviert – zunächst vor allem in Schlossgärten und botanischen Sammlungen. Aufgrund seiner attraktiven, glänzenden Belaubung und seiner dichten Wuchsform wurde er bald zum beliebten Gestaltungselement für Hecken und Sichtschutzbepflanzungen. Heute ist der Kirschlorbeer eine der am weitesten verbreiteten Gartenpflanzen in Europa. Durch seine hohe Anpassungsfähigkeit hat er sich stellenweise auch außerhalb von Gärten verwildert und wird in manchen Regionen als potenziell invasive Art eingestuft, insbesondere in naturnahen Waldgebieten, wo er heimische Arten verdrängen kann.

Der Name "Kirschlorbeer" leitet sich von der äußeren Ähnlichkeit seiner Blätter mit dem Echten Lorbeer (Laurus nobilis) ab sowie von der kirschartigen Fruchtform, die sich im Spätsommer bildet. Diese glänzenden schwarzen Früchte sind jedoch – ebenso wie große Teile der Pflanze – für den Menschen giftig und enthalten cyanogene Glykoside. Nur bestimmte Vogelarten wie Amseln oder Drosseln können sie gefahrlos verzehren und tragen so zur Verbreitung bei. Trotz der Giftigkeit hat der Kirschlorbeer eine wichtige ökologische Funktion als immergrüner Sichtschutz, Nistgehölz und Bienenweide während seiner Blütezeit im Frühjahr.

Kirschlorbeer Pflege und Standort

Der Kirschlorbeer ist ein ausgesprochen robuster und pflegeleichter Strauch, der durch seine dichte Belaubung und schnittverträgliche Form ideal für Hecken, Sichtschutzwände und Einfassungen geeignet ist. Er bevorzugt halbschattige bis sonnige Standorte, gedeiht jedoch auch im Schatten. Besonders in urbanen Gärten, auf schattigen Grundstücksgrenzen oder entlang von Straßen hat er sich aufgrund seiner Unempfindlichkeit gegenüber Luftverschmutzung und Streusalz bewährt.

Der ideale Boden für den Kirschlorbeer ist humos, locker und gut durchlässig. Schwere, verdichtete Böden sowie Staunässe verträgt er schlecht. Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert wird bevorzugt, wobei auch kalkhaltige Böden toleriert werden. Ist der Standort zu trocken oder extrem sonnig, kann es zu Trockenschäden oder Blattverfärbungen kommen. An windgeschützten Standorten zeigt sich der Kirschlorbeer besonders frosthart, wohingegen junge Pflanzen in strengen Wintern einen leichten Winterschutz benötigen können.

Eine Pflanzung erfolgt idealerweise im Frühjahr oder Herbst, wobei eine gute Bodenvorbereitung und ein gründliches Angießen entscheidend für ein erfolgreiches Anwachsen sind. Bei der Heckenpflanzung sollte ein Abstand von etwa 40 bis 60 cm zwischen den Pflanzen eingehalten werden, je nach Sorte und gewünschter Dichte. Sorten wie ‘Herbergii’, ‘Etna’ oder ‘Novita’ eignen sich besonders gut für den Heckenwuchs.

Kirschlorbeer schneiden

Ein regelmäßiger Schnitt fördert nicht nur die gewünschte Form, sondern auch eine dichte, gesunde Verzweigung. Der erste Rückschnitt erfolgt idealerweise im Frühjahr, bevor der Neuaustrieb beginnt – meist zwischen Ende März und Mitte April. Dabei können abgestorbene, frostgeschädigte oder zu lange Triebe entfernt werden.

Für eine gleichmäßige, kompakte Heckenform empfiehlt sich ein zweiter Schnitt im Spätsommer, etwa im August. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, nicht in Hitze- oder Dürrephasen zu schneiden, da frisch geschnittene Blätter dann schnell vertrocknen. Der Rückschnitt sollte vorzugsweise mit einer scharfen Heckenschere durchgeführt werden – möglichst per Hand, um die ledrigen Blätter nicht zu zerreißen. Elektrische Scheren hinterlassen häufig zerfaserte Blattränder, die unschön braun werden können.

Ein starker Rückschnitt ins alte Holz ist beim Kirschlorbeer möglich, da er eine gute Regenerationsfähigkeit besitzt. Radikale Rückschnitte im Winter oder Frühjahr helfen auch bei überalterten oder vernachlässigten Pflanzen, neuen Wuchs zu fördern. Bei Formschnitthecken ist regelmäßiges Nachschneiden entscheidend, um das gewünschte Erscheinungsbild zu erhalten.

Kirschlorbeer düngen

Für ein gesundes Wachstum und eine sattgrüne Belaubung empfiehlt sich eine regelmäßige Nährstoffversorgung – insbesondere in den ersten Jahren nach der Pflanzung sowie nach starkem Rückschnitt. Eine Düngung mit organischem Dünger, wie Hornspänen, Kompost oder speziellem Strauch- und Heckendünger, ist im zeitigen Frühjahr ideal (März/April). Eine zusätzliche Gabe im Sommer kann bei mageren Böden sinnvoll sein.

Langzeitdünger mit einem ausgewogenen Verhältnis von Stickstoff, Phosphor und Kalium fördern nicht nur das Blattwachstum, sondern auch die Frosthärte der Triebe. Besonders bei Kübelpflanzen ist eine regelmäßige Nachdüngung notwendig, da die Nährstoffe im Substrat schneller aufgebraucht sind. Auf eine Überdüngung – insbesondere mit reinem Stickstoffdünger – sollte verzichtet werden, da sie zu weichem, anfälligem Wuchs und erhöhter Krankheitsanfälligkeit führen kann.

Ein jährliches Mulchen mit Laubkompost oder Rindenhumus verbessert die Bodenstruktur, fördert die Bodenlebewesen und versorgt die Pflanze langfristig mit Nährstoffen. Mulchschichten verhindern zudem das Austrocknen des Bodens im Sommer und schützen vor Erosion im Winter.

Kirschlorbeer gießen

Obwohl der Kirschlorbeer als relativ trockenheitsresistent gilt, benötigt er besonders in den ersten Standjahren und während längerer Hitzeperioden eine ausreichende Wasserversorgung. Frisch gepflanzte Exemplare sollten in den ersten Monaten regelmäßig gegossen werden, damit sie ein tiefes, stabiles Wurzelwerk ausbilden können.

Während sommerlicher Trockenphasen empfiehlt sich ein durchdringendes Gießen ein- bis zweimal pro Woche. Dabei sollte das Wasser langsam und tief in den Boden eindringen, anstatt nur oberflächlich benetzt zu werden. Morgendliche oder abendliche Gießzeiten helfen, Wasserverdunstung zu minimieren und die Pflanze optimal zu versorgen. Vermeide es jedoch, die Blätter mit Wasser zu benetzen – dies kann bei starker Sonneneinstrahlung zu Verbrennungen führen oder Pilzkrankheiten begünstigen.

Im Winter benötigt der Kirschlorbeer ebenfalls gelegentlich Wasser, insbesondere bei frostfreiem Wetter und trockener Luft. Immergrüne Pflanzen verdunsten auch in der kalten Jahreszeit Feuchtigkeit über die Blätter und können bei ausbleibender Versorgung unter Trockenstress leiden. Hier gilt: An frostfreien Tagen sparsam gießen, vor allem bei jungen oder in Kübeln wachsenden Pflanzen.

Für lange Hecken oder große Bestände kann der Einsatz von Bewässerungssystemen wie Tropfschläuchen oder Gießsäcken eine enorme Erleichterung darstellen. Sie versorgen die Pflanze gezielt an der Wurzel und sparen gleichzeitig Wasser.

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