Durch Düngen kannst du die Bodenfruchtbarkeit steigern und so ein gesundes Wachstum für deinen Baum sicherstellen. Und nicht nur das: Düngen kann den Boden aufbessern und das Bodenleben aufwerten. Und in einem kleinen Maßstab hilft es auch, Kohlenstoff im Boden einzulagern.

Klingt nach einer richtig coolen Sache, nicht wahr?

Wenn du einen eigenen Garten hast und dir überlegst deine Bäume zu düngen, ist es hilfreich, im Vorfeld zu prüfen, aus welchem Grund du deine Bäume düngen möchtest. Je nach Motivation braucht es unterschiedliche Ansätze und Mittel. Hier nochmal die wichtigsten Gründe, um einen Baum zu düngen:

  • Dem Baum die nötigen Nährstoffe zuzuführen
  • Den Boden aufzubessern und das Bodenleben anzureichern
  • Kohlenstoff im Boden einzulagern

Zum Beispiel: Wenn du deinem Baum kurzfristig die nötigen Nährstoffe zur Verfügung stellen möchtest, hast du einige einfache Möglichkeiten zur Verfügung. Du könntest dir zum Beispiel überlegen, einen gekauften Dünger zu verwenden. Wenn du darüber hinaus den Boden aufbessern und das Bodenleben anreichern möchtest, kann du mulchen. Wenn du hauptsächlich Kohlenstoff in den Boden einlagern möchtest, kannst du beispielsweise Pflanzenkohle kaufen und eingraben.

Und dann gibt es Methoden, die alle drei Ziele gleichzeitig abdecken. Lass uns mal bei der Basis anfangen: Beim Boden.

Boden. Grundlage des Lebens.

Gesunder Boden ist eine wesentliche Voraussetzung für gesunde Bäume. Die Definition von Boden der Bundesregierung lautet:

«Boden ist das mit Wasser, Luft und Lebewesen durchsetzte, unter dem Einfluss der Umweltfaktoren an der Erdoberfläche entstandene und im Laufe der Zeit sich weiterentwickelnde Umwandlungsprodukt mineralischer und organischer Substanzen mit eigener morphologischer Organisation, das in der Lage ist, höheren Pflanzen als Standort zu dienen. Dadurch ist der Boden in der Lage, eine Lebensgrundlage für Tiere und Menschen zu bilden.»

Hier die wichtigsten Funktionen des Bodens:

  • Der Boden bildet die Grundlage, damit Pflanzen wachsen und gedeihen können. So ziehen Pflanzen Nährstoffe und Elemente wie Stickstoff, Kalium und Phosphor aus dem Boden und binden sie. Sterben diese Pflanzen ab, werden ihre Teile von Bodenorganismen zersetzt, umgebaut und mineralisiert. Diese Bestandteile werden dann wieder von neuen Pflanzen benutzt.
  • Der Boden ist von zahlreichen Lebewesen bewohnt und bildet einen wichtigen Lebensraum für Mikroorganismen und kleine Tiere.
  • Der Boden filtert Regenwasser und schafft dadurch sauberes Trinkwasser.
  • Der Boden ist auch der größte Kohlenstoffspeicher der Erde und speichern mehr Kohlenstoff als alle Bäume der Welt zusammen.

Eine Bodenprobe machen lassen

Da der Boden für meisten von uns nicht direkt lesbar ist, lohnt es sich, eine Bodenprobe machen zu lassen. Denn: Wenn du den Boden düngst, greifst du in ein komplexes Geschehen ein und kannst dabei auch einigen Schaden anrichten. Viele Böden sind bereits überdüngt, vor allem mit Stickstoff und Phosphat. Wenn du durch eine einseitige Düngung noch mehr von davon zufügst, können die Bäume darunter leiden.

Zu einer Analyse des Bodens erhältst du auch konkrete Tipps, wie du düngen kannst. Darüber hinaus erfährst du auch den pH-Wert deines Bodens.

Lebendiges Bodenleben

Dem Baum die nötigen Nährstoffe zuführen

Nährstoffe sind eine wichtige Grundlage, damit Bäume gut wachsen können. Fehlen diese oder sind nur gering vorhanden, zeigt sich dieser Nährstoffmangel meist an Blattverfärbungen, einem kümmerlichen Wuchs, geringer Ernte bis hin zu Krankheit. Da Bäume aber zu den zähsten und langlebigsten Lebewesen gehören, können sie aber auch über einen längeren Zeitraum mit Nährstoffmangel umgehen, ohne dass ihr Mangel offensichtlich wird.

Zu den Hauptnährstoffen für Bäume zählen Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), Magnesium (Mg), Schwefel (S) und Kalzium (Ca). Daneben gibt es noch eine Reihe von Spurenelementen, die für Stoffwechsel und Wachstum zentral sind, von denen ein Baum nur geringe Mengen benötigt. Zu dieser Gruppe gehören Eisen (Fe), Kupfer (Cu), Bor (B), Zink (Zn), Molybdän (Mo), Silizium (Si) und Mangan (Mn). Wichtig ist, dass diese Nährstoffe in einer gesunden Balance im Boden sind.

Wichtig: Ein Nährstoffmangel kann nämlich nicht nur durch fehlende Düngung entstehen, sondern auch durch einseitige Nährstoffversorgung. Daher empfehlen wir, dich im Vorfeld zu informieren, welche Nährstoffe dein Boden benötigt. Das ist umso wichtiger, wenn du gekauften Dünger einsetzt. Wenn du nur organische Dünger verwendest (wie eigener Kompost, Mulch oder Pflanzenbrühe), ist eine einseitige Nährstoffversorgung viel unwahrscheinlicher.

Einzelne Nährstoffe haben nämlich auch eine Wirkung untereinander. Damit eine Pflanze beispielsweise den Stickstoff aus dem Boden aufnehmen kann, benötigt sie Kalium. Gibt es dagegen zu viel Kalium im Boden, kann sich dadurch die Magnesiumaufnahme verschlechtern, auch wenn dieses Element in ausreichender Menge verfügbar wäre.

Wichtig ist auch, dass jede Baumart einen unterschiedlichen Bedarf hat. Wir empfehlen dir deshalb auch, dich über die spezifischen Bedürfnisse deiner Bäume zu informieren.

Welche Bäume benötigen zusätzliche Nährstoffe?

Generell kann man sagen, dass die meisten Bäume grundsätzlich keine zusätzlich zugeführten Nährstoffe benötigen. Allerdings gibt es Ausnahmen:

  • Bäume auf kargem Boden
  • Wenn du über eine lange Zeitdauer konstant eine reiche Ernte einfahren möchtest
  • In sehr ordentlichen Gärten, wo beispielsweise das Herbstlaub sofort entfernt wird
  • Für Bäume, die ohne Bodenverbesserung vor mehreren Jahren neu gepflanzt wurden
  • Wenn der Baum Zeichen von Nährstoffmangel zeigt

Wie erkenne ich einen Nährstoffmangel an meinem Baum?

  • Ein typisches Kennzeichen für einen Nährstoffmangel sind Blattverfärbungen vor der natürlichen Herbstverfärbung. Einzelne Blattpartien oder ganzer Blätter beginnen sich gelblich zu verfärben. Die gelbliche Verfärbung kann dann auch in Braun übergehen.
  • Blasses Laub, manchmal mit dunklen gefärbten Blattadern
  • Frühzeitiger Blattabwurf
  • Neben Blattverfärbungen können auch Wachstumsstörungen auftreten. Der Baum entwickelt sich dann nicht gut.
  • Ein anderes Zeichen von Nährstoffmangel sind kleine oder wenig Früchte.
  • Nachlassen der Blüte

Diese Zeichen ähneln auch den Anzeichen für Trockenstress. Wenn dein Baum diese Zeichen zeigt, kannst du ihn auch erstmal mit Wasser versorgen. Mehr Informationen zu Trockenstress findest du in diesem Artikel.

Wie werden Bäume richtig gedüngt?

Hier die wichtigsten Richtlinien fürs Düngen von Bäumen:

  • Verwende Dünger nicht leichtfertig und lasse dir vorher idealerweise eine Bodenprobe machen. Das ist besonders dann wichtig, wenn du Dünger kaufst.
  • Der Dünger sollte idealerweise im Frühling zu Beginn der Vegetationsperiode ausgebracht werden, wenn dein Baum beginnt, neue Triebe zu bilden. Ab Herbst solltest du nicht mehr düngen.
  • Wenn du in einem Jahr düngst, solltest du mindestens wieder ein Jahr warten mit düngen.
  • Verwende möglichst nur organische Düngemittel.
  • Eine mineralische Düngung empfehlen wir nur bei ausgesprochenen Mangelerscheinungen, etwa bei Eisen- oder Kaliummangel. Ansonsten werden Gartenbäume mit speziellen Baumdüngern schnell überversorgt.

Organischer Dünger vs. Mineralischer Dünger

Grundsätzlich werden zwei Typen von Dünger unterschieden: Organischer sowie mineralischer Dünger. Organischer Dünger entsteht durch die langsame Zersetzung von organischen Stoffen, beispielsweise durch Kompostierung oder Mulchen.

Durch die organische Düngung wird die Humusmenge erhöht, der Boden aufgewertet und das Bodenleben verbessert. Im organischen Dünger sind nicht nur einzelne Elemente wie Stickstoff vorhanden, sondern in der Regel eine ganze Palette von wichtigen Nährstoffen und Spurenelemente, die ein Baum benötigt.

Mineralischer Dünger dagegen ist meistens auf bestimmte Stoffe ausgelegt. Beispielsweise existiert ein stickstoff-, phosphor- sowie kaliumhaltiger Dünger, auch NPK-Dünger genannt.

Wichtig: Mineralischer Dünger sollte mit mehr Vorsicht eingesetzt werden als organischer. Denn beim organischen Dünger ist es viel schwieriger, eine einseitige Überdüngung zu erreichen, als beim mineralischen Dünger.

Mulchen

Mulchen ist ein Wort, das oft nur Gärtner kennen. Zu Unrecht, denn es ist etwas sehr Einfaches und spiegelt ein Prinzip aus der Natur. In Wäldern beispielsweise wird die Erde mit einer Schicht von Blättern überdeckt.

Natürlicher Mulch im Wald

Mulchen ist das Abdecken der Erde mit Pflanzenmaterial. Sie ist eine Möglichkeit, zur Bodenverbesserung beizutragen. Eine Mulchschicht verbessert auch das Bodenleben und schützt die Erde vor dem Austrocknen.

Diese Vorteile bringt dir eine Mulchschicht:

  • Liefert langsam und stetig Nährstoffe an den Boden und baut ihn somit auf
  • Liefert Nahrung für die Bodenlebewesen
  • Fördert die günstige Krümelstruktur des Bodens. Dadurch kann der Boden auch Wasser besser aufnehmen
  • Schützt den Boden vor Austrocknung
  • Gleicht Bodenfeuchtigkeit aus
  • Unterdrückt andere Pflanzen (auch sogenannten Unkräuter)
  • Verhindert oberflächlicher Bodenabgang (Abschwemmung von Nährstoffen)

Welche Materialien kannst du zum Mulchen verwenden?

  • Laub
  • Grasschnitt
  • zerkleinertes Rindenmaterial 
  • halbreifer Kompost mit einer dünnen Schicht aus organischem Material abgedeckt
  • gehäckseltes Stroh
  • Brennnesseln oder andere heilkräftige Wildkräuter

Wie du Mulch einsetzen kannst:

  • grünes Material wird nur dünn aufgetragen, da es sonst leicht fault. Es kann dafür öfters erneuert werden
  • trockenes Material kann 2 bis 10 cm stark aufgetragen werden.
  • bei schweren Böden vorsichtiger Mulchen, damit keine Staunässe und Fäulnis entstehen.

Mehr Informationen zum Mulchen von Bäumen findest du in diesem Artikel

Eigenen Kompost herstellen

Einen Kompost legst du für das ganze Ökosystem Garten an. Du förderst damit die lokale Biodiversität, besserst den Boden auf und speicherst Kohlenstoff in der Erde. Gleichzeitig minimierst du Abfall aus der Küche, in dem du ihn der Erde wieder zuführst. 

Wenn du Platz in deinem Garten hast, empfehlen wir dir auf jeden Fall, einen eigenen Kompost anzulegen. Die reife Komposterde kannst du dann nutzen, um deine Bäume zu düngen. Einige erste Hinweise dazu findest du hier.

Eine Kiste mit Kompost zum Düngen von Bäumen

 

Pflanzenkohle einlagern

Durch ihre poröse Struktur verfügt die Pflanzenkohle über eine große Oberfläche. Dadurch können Wasser und Nährstoffe besonders gut gespeichert werden. Wenn du Terra Preta im Boden einlagerst, kannst du darüber hinaus auch in einem kleinen Maßstab dazu beitragen, Kohlenstoff im Boden einzulagern. Mehr Informationen dazu findest du hier

Auf die Bedürfnisse deines Baumes achten

Achte darauf, dass unterschiedliche Baumarten verschiedene Bedürfnissen nach Nährstoffen haben. Die Düngung sollte immer basierend auf der spezifischen Art des Baumes und seiner Umgebung angepasst werden.

Stadtbäume düngen

In einigen Städten können Baumpatinnen ihre Patenbäume düngen. Wenn du eine Baumpatenschaft übernommen hast und einen Stadtbaum düngen möchtest, informiere dich zuerst bei der zuständigen Stelle darüber, ob das in deiner Stadt erlaubt ist. Es gibt allerdings auch Patenschaftsprogramme, wo die Baumpaten ihre Bäume nur gießen dürfen. Auf jeden Fall solltest du ohne Baumpatenschaft keine Bäume des öffentlichen Grüns düngen. 

Mehr Informationen zum Thema Baumpatenschaft findest du in diesem Artikel.

Baumbewässerungsbeutel einsetzen und Bäume düngen

Baumbewässerungsbeutel sind ein hilfreiches Werkzeug, um Bäume effizient zu bewässern. Das Wasser wird tröpfchenweise an den Boden abgegeben. Dadurch kann es in die tieferen Erdschichten einsickern, wo es der Baum aufnehmen kann. 

Baumbewässerungsbeutel für eine baumgerechte TröpfchenbewässerungFolgende Punkte kannst du beachten, wenn du Bäume düngst und Baumbewässerungsbeutel einsetzt:
  • Wenn du Flüssigdünger verwendest, achte darauf, dass dieser das Material vom Beutel nicht angreift. Die meisten Baumbewässerungsbeutel sind aus PVC oder PE.
  • Dünger mit festen Bestandteilen solltest du nicht in deinen Beutel tun, weil sich so die kleinen Löcher verstopfen. 
  • Auch Düngertee wie beispielsweise Brennnesseljauche solltest du nicht in deinen Beutel tun. Sie führen dazu, dass sich die Löcher verstopfen und die Beutel stinken. Spätestens wenn du die Beutel für den Winter einlagerst, wird das zu einem Problem. Verwende Jauchen und Düngertees, wenn du den Beutel für einige Tage vom Baum nimmst.
  • Für Mulch und Kompost ist ein Baumbewässerungsbeutel eine gute Ergänzung, da er den Bereich um die Baumscheibe feucht hält. Entferne den Baumbewässerungsbeutel immer mal wieder für einige Tage, damit sich kein Schimmel bildet.

 

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