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Wann hast Du zum ersten Mal von Trockenstress bei Bäumen gehört? Bei mir war es im Herbst 2020. Und seitdem höre ich das Wort Trockenstress immer wieder und immer häufiger. Vielleicht gehört Trockenstress mittlerweile zu einer neuen Normalität. Zumindest seit 2018 scheinen die Bäume kaum einen Sommer erlebt zu haben, der sie nicht durch Hitze und Trockenheit herausgefordert hätte. Es wird Zeit, sich intensiver mit dem Thema Trockenstress bei Bäumen auseinanderzusetzen.

Trockenstress bei Bäumen: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Trockenstress entsteht durch anhaltenden Wassermangel
  • Erste Anzeichen sind hängende oder verfärbte Blätter
  • Besonders gefährdet sind junge und Stadtbäume
  • Hauptmaßnahme: richtiges und ausreichendes Gießen
  • 150–200 Liter pro Gießgang helfen effektiv

Was ist Trockenstress?

Trockenstress ist ein Belastungszustand, der durch Wassermangel verursacht wird. Wasser ist für Bäume ein lebenswichtiges Elixier, das für fast alle biochemischen Reaktionen benötigt wird. Fehlt es an Wasser, werden sie krank oder sterben ab. Zum Beispiel können sich Bäume mit Wassermangel nicht mehr effizient gegen Schädlinge wie Pilze oder Borkenkäfer zur Wehr setzen. Trockenstress macht Bäume deshalb anfällig für Krankheiten. 

Wenn es den Bäumen an Wasser fehlt, schließen sie als erste Reaktion ihre Stomata, die kleinen Spaltöffnungen und können dadurch keine Fotosynthese mehr betreiben. Würden sie diese nicht schließen, würde aus diesen kleinen Öffnungen noch mehr Wasser verdunsten und der Baum könnte austrocknen. Ohne den durch Fotosynthese hergestellten Zucker fehlt den Bäumen allerdings der Baustoff für Wachstum, Früchte und Samen.

Hilft diese Sofortmaßnahme nicht genug, haben Bäume noch weitere Strategien. Einige Baumarten können die Sonneneinstrahlung reduzieren, indem sie ihre Blätter hängen lassen oder einrollen. Andere Baumarten fangen damit an, ihre Blätter zu bewegen, wie beispielsweise die Zitter-Pappel. Bei noch ernsthafterem Wassermangel fangen einige Bäume auch an, Blätter abzuwerfen. Und einige Bäume wie beispielsweise Eichen, Pappeln und Weide werfen auch ganze Zweige ab.

Dauert der Wassermangel über einen längeren Zeitraum an, können schließlich ganze Teile des Baumes absterben. Der Baum opfert lieber einige Teile, um dafür weiterleben zu können. Kann sich der Baum auch dadurch nicht mehr retten, trocknet er aus.

Ursachen von Trockenstress bei Bäumen

Trockenstress entsteht nicht nur durch fehlenden Regen. In vielen Fällen kommen mehrere Faktoren zusammen, die dazu führen, dass Bäume nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgt werden:

  • Neben längeren Hitzeperioden kommt auch die Bodenbeschaffenheit hinzu: Verdichtete Böden, wie sie häufig in Städten oder stark genutzten Gärten vorkommen, können Wasser schlechter aufnehmen. Das Wasser fließt oberflächlich ab, anstatt in den Wurzelbereich zu gelangen.
  • Auch versiegelte Flächen spielen eine wichtige Rolle. Asphalt, Pflaster oder Beton verhindern, dass Regenwasser überhaupt in den Boden einsickern kann. Gerade Stadtbäume sind deshalb besonders anfällig für Trockenstress.
  • Ein weiterer Faktor ist die Baumart selbst. Manche Arten kommen besser mit Trockenheit zurecht, während andere deutlich empfindlicher reagieren. Besonders problematisch wird es, wenn Bäume in Regionen gepflanzt wurden, die nicht ihrem natürlichen Lebensraum entsprechen.

Welche Bäume sind besonders anfällig?

Grundsätzlich können in heißen Sommermonaten alle Bäume an Trockenstress leiden, auch Bäume in den Wäldern. Meistens sind Bäume in Städten und Dörfern als auch auf Obstwiesen allerdings viel stärker von Trockenstress betroffen. In Wäldern kühlen die Bäume gegenseitig die Luft ab, außerdem ist der Waldboden mit organischem Material abgedeckt und dadurch viel geschützter als der Boden in der Stadt. In Städten gibt es dagegen höhere Durchschnittstemperaturen, zusätzliche Schadstoffbelastung und verdichteten Böden. Je urbaner das Umfeld eines Baumes ist, desto anfälliger ist er für Trockenstress.

Eine Hainbuche mit dörren Blätter bereits im Juli

Ein anderer wichtiger Faktor ist die Baumart, denn jede hat ihren eigenen klimatischen Wohlfühlbereich. Einige Baumarten kommen besser mit Trockenstress klar als andere. Hier findest Du einen Artikel über Stadtbäume der Zukunft.

Weiter sind besonders junge Bäume anfällig für Trockenstress. Ihre Wurzeln sind noch nicht so stark ausgebildet, dass sie in die tieferen Bodenschichten kommen, um Wasser zu ziehen. Besonders junge Bäume sollten bei Trockenheit und Hitze auf jeden Fall bewässert werden.

Trockenstress erkennen: Die wichtigsten Anzeichen

Hier die wichtigsten Anzeichen von Trockenstress bei Bäumen:

  • Ausgetrocknete, hängende, eingerollte oder gefaltete Blätter
  • Blattwedeln oder -zittern
  • Abwurf von Blättern
  • Abwurf von Zweigen
  • Ausbildung von deutlich kleineren Blättern
  • Bildung von übermäßig vielen und kleinen Früchten
  • Werden Bäume bewässert, erfolgt oftmals eine sofortige Erholung

Dauert eine Trockenperiode bis zu vier Wochen an, können die meisten Bäume noch einigermaßen gut damit umgehen. Eine Trockenperiode von zwei bis drei Monaten wird dagegen schon für viele Bäume kritisch. Je öfter Trockenperioden in einer Vegetationsperiode auftreten, desto schwieriger wird es für die Bäume. Ihnen fehlt dann die Zeit, in der sie sich regenerieren können.

Trockenstress erkennen und von Krankheiten unterscheiden

Nicht jede Veränderung am Baum ist automatisch ein Zeichen für Trockenstress. Deshalb ist es wichtig, typische Symptome richtig einzuordnen:

  • Trockenstress zeigt sich häufig durch hängende, eingerollte oder trockene Blätter. Diese wirken oft schlaff und verlieren ihre Spannkraft. Außerdem kann es zu vorzeitigem Blattfall kommen, besonders in heißen Sommermonaten.
  • Im Unterschied dazu äußern sich viele Krankheiten durch Flecken, Verfärbungen oder punktuelle Schäden an den Blättern. Pilzbefall zeigt sich häufig durch klar abgegrenzte Muster oder Beläge auf der Blattoberfläche.
  • Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Zeitpunkt. Treten die Symptome während längerer Trockenphasen auf, liegt die Ursache meist im Wassermangel. Treten sie unabhängig von Wetterbedingungen auf, kann auch eine Krankheit oder ein Schädlingsbefall dahinterstecken.
  • Im Zweifel lohnt es sich, den Boden zu prüfen. Ist dieser trocken, ist Trockenstress sehr wahrscheinlich die Ursache. Verbessert sich nach gründlichem Giessen der Zustand des Baumes, war die Ursache wahrscheinlich Trockenstress.

Wann wird Trockenstress für Bäume gefährlich?

Nicht jede Trockenphase ist automatisch kritisch für einen Baum. Dauert eine Trockenperiode jedoch mehrere Wochen an, geraten die Bäume zunehmend unter Stress. Nach etwa zwei bis vier Wochen ohne ausreichende Wasserversorgung beginnen erste Einschränkungen im Wachstum und in der Vitalität.

Wird der Wassermangel über mehrere Monate nicht ausgeglichen, kann es zu dauerhaften Schäden kommen. Der Baum verliert Blätter, reduziert sein Wachstum und beginnt, Teile seiner Krone abzustoßen.

Besonders problematisch wird es, wenn sich mehrere Trockenperioden innerhalb eines Jahres wiederholen. In diesem Fall fehlt dem Baum die Zeit zur Regeneration, was seine Widerstandskraft langfristig deutlich schwächt.

Was tun gegen Trockenstress?

Das wichtigste und effizienteste Mittel gegen Trockenstress ist baumgerechtes Gießen. Die wichtigsten Regeln dabei sind:

  • Sehr viel Wasser auf einmal, dafür nicht zu oft.
  • Bei Trockenheit und Hitze sollten Bäume 2–3-mal pro Woche mit je 150 – 200 Liter Wasser bewässert werden.
  • Wichtig ist auch, dass das Wasser nicht zu schnell abgegeben wird. Wird Wasser zu schnell abgegeben, fließt ein großer Teil davon oberflächlich ab, ohne in die tieferen Wurzelbereiche versickern zu können.

Hier eignen sich beispielsweise die baumbad Baumbewässerungsbeutel. Die Beutel werden um den Stamm gelegt, verschlossen und dann je nach Größe mit 75 bis 100 Liter Wasser gefüllt. Durch kleine Löcher am Boden wird das Wasser Tröpfchen um Tröpfchen zwischen 6 und 9 Stunden an die Erde abgegeben. Durch diese Tröpfchenbewässerung bekommt die Erde im Wurzelbereich des Baumes genügend Zeit, um das Wasser aufnehmen und speichern zu können. Es können auch mehrere Beutel miteinander verbunden werden, wodurch 150 Liter Wasser in einem Gießgang abgegeben werden können.Neben baumgerechtem Bewässern kannst Du auch den Wurzelbereich des Baumes so pflegen, dass dieser das Wasser gut aufnehmen und speichern kann. Folgende Maßnahmen können dafür helfen:

  • Begleitgrün anpflanzen: Andere Pflanzen im Wurzelbereich durchwurzeln den Boden und sorgen dafür, dass das Wasser besser versickern kann.
  • Mulchen: Eine Mulchschicht sorgt dafür, dass der Boden die Feuchtigkeit besser speichern kann und länger weich bleibt. Ein weicher Boden kann Wasser besser aufnehmen und speichern.

Trockenstress vorbeugen: So schützt du deine Bäume langfristig

Am effektivsten ist es, Trockenstress gar nicht erst entstehen zu lassen. Mit der richtigen Pflege kannst du deinen Baum langfristig stabilisieren:

  • Eine zentrale Rolle spielt die regelmäßige und baumgerechte Bewässerung in Trockenphasen. Wenn Bäume frühzeitig ausreichend Wasser bekommen, geraten sie gar nicht erst in einen kritischen Zustand.
  • Auch die Bodenpflege ist entscheidend: Ein lockerer, humusreicher Boden kann Wasser deutlich besser aufnehmen und speichern. Maßnahmen wie Mulchen oder das Einarbeiten von Kompost verbessern die Bodenstruktur nachhaltig.
  • Besonders wirkungsvoll dafür sind organische Bodenverbesserer wie Wurmkompost. Sie fördern das Bodenleben, erhöhen den Humusgehalt und sorgen dafür, dass Wasser länger im Wurzelbereich verfügbar bleibt. Der baumbad Flüssigdünger basiert auf hochwertigem Wurmkompost und eignet sich besonders gut, um diese Effekte gezielt zu unterstützen und die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens langfristig zu verbessern.
  • Darüber hinaus kann eine angepasste Bepflanzung im Wurzelbereich helfen. Begleitpflanzen fördern die Durchwurzelung des Bodens und verbessern dessen Fähigkeit, Wasser zu speichern.
  • In diesem Artikel erfährst du mehr über das System von Wasser, Nährstoffen und Boden für Bäume.

Langfristig lohnt es sich außerdem, bei Neupflanzungen auf geeignete Baumarten zu achten, die besser an die jeweiligen Standortbedingungen angepasst sind.

Zusammenfassung: Trockenstress bei Bäumen

Bäume, die unter Trockenstress leiden, zeigen verschiedene Anzeichen und können erhebliche gesundheitliche Probleme entwickeln. Trockenstress tritt auf, wenn Bäume nicht ausreichend Wasser erhalten, um ihre physiologischen Bedürfnisse zu erfüllen. Hier sind einige Anzeichen und Auswirkungen von Trockenstress bei Bäumen:

  1. Blattverfärbung und -fall: Ein frühes Anzeichen für Trockenstress ist die Verfärbung der Blätter. Sie können gelb werden, bräunliche Ränder entwickeln oder vorzeitig abfallen.
  2. Welken und Eintrocknen: Bäume im Trockenstress zeigen häufig Anzeichen von Welken, insbesondere bei Blättern, Nadeln oder Zweigen. Die Blätter können eintrocknen und ihre Elastizität verlieren.
  3. Verringertes Wachstum: Trockenstress kann das Wachstum von Bäumen beeinträchtigen. Die Bildung neuer Triebe und Blätter kann reduziert sein, und die allgemeine Entwicklung des Baumes kann gehemmt werden.
  4. Rissige Rinde: Bei länger anhaltendem Trockenstress kann die Rinde der Bäume Risse entwickeln. Dies geschieht, weil der Baum Wasser aus den Zellen entzieht, um lebenswichtige Funktionen aufrechtzuerhalten.
  5. Geringere Fruchtbildung: Bäume können unter Trockenstress weniger Früchte produzieren, da Wasser für die Blütenbildung und Fruchtbildung notwendig ist.
  6. Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge: Trockenstress macht Bäume anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Geschwächte Bäume haben oft Schwierigkeiten, Krankheitserregern und Insektenbefall zu widerstehen.
  7. Reduzierte Photosynthese: Trockenstress beeinträchtigt die Fähigkeit der Bäume, Photosynthese zu betreiben. Dieser Prozess, bei dem Pflanzen Lichtenergie in chemische Energie umwandeln, ist essentiell für ihr Wachstum und ihre Energieproduktion.
  8. Veränderungen im Stoffwechsel: Unter Trockenstress können Bäume ihren Stoffwechsel anpassen, um Wasser zu sparen. Dies kann zu Veränderungen in der Produktion von chemischen Verbindungen führen, die für das normale Wachstum wichtig sind.
  9. Erhöhte Anfälligkeit für Extremtemperaturen: Trockenstress kann Bäume empfindlicher gegenüber extremen Temperaturen machen, sei es Kälte oder Hitze.
  10. Wurzelverlust und Bodenveränderungen: Trockenstress führt oft dazu, dass Bäume einen Teil ihrer Wurzeln verlieren. Dies beeinflusst nicht nur die Wasseraufnahme, sondern kann auch den Boden stabilisieren und zu Erosion beitragen.

Maßnahmen zur Linderung von Trockenstress bei Bäumen können die Bereitstellung ausreichender Bewässerung, Anpassung der Baumpflegepraktiken, Mulchen, Auswahl von trockenresistenten Baumarten und die Minimierung von Bodenverdichtung umfassen. Es ist wichtig, den Wasserbedarf der Bäume zu verstehen und in trockenen Perioden zusätzliche Bewässerung bereitzustellen, um ihre Gesundheit und Vitalität zu erhalten.

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