Wir werfen Apfelschalen weg, schütten Kaffeesatz in den Restmüll und schneiden Gemüsereste in die Tonne. Dabei steckt in diesen vermeintlichen Abfällen genau das, was viele ausgelaugte Böden dringend brauchen: organische Substanz, Mikroorganismen und die Grundlage für einen lebendigen Wasserspeicher.

Besonders in Zeiten von Hitze und Trockenheit zeigt sich, wie wichtig gesunde Böden sind. Denn sandige, verdichtete oder ausgelaugte Böden können Wasser oft nur schlecht halten. Regen versickert zu schnell oder läuft oberflächlich ab, bevor die Wurzeln ihn erreichen. Pflanzen geraten dann trotz Pflege unter Stress.

Eine einfache Do-it-yourself-Methode für bessere Böden heißt Bokashi.

Was ist Bokashi und wie hilft es dem Boden?

Bokashi ist ein fermentiertes Substrat, das das Bodenleben aktiviert und organische Masse wieder in natürliche Kreisläufe zurückführt. Der Begriff stammt aus dem Japanischen und bedeutet sinngemäß „fermentierte organische Masse“.

Das Prinzip: Küchenabfälle werden nicht klassisch kompostiert, sondern unter Luftabschluss mit Hilfe von Milchsäurebakterien und anderen Mikroorganismen fermentiert, ähnlich wie Sauerkraut oder Kimchi.

Was dabei entsteht, ist kein fertiger Humus, sondern ein Ferment, das im Boden weiter umgewandelt wird. Dabei werden Mikroorganismen aktiviert, Regenwürmer angelockt und das Bodenleben beginnt, das Material in Humus umzubauen.

Und hier liegt die Verbindung zu Trockenheit und Bodenqualität: Humus ist einer der wichtigsten natürlichen Wasserspeicher im Boden. Humusreiche Böden können deutlich mehr Wasser aufnehmen und länger speichern als ausgelaugte Böden. Gleichzeitig verbessert sich die Bodenstruktur, wodurch Regenwasser besser einsickern kann, statt oberflächlich abzufließen.

Wie eng Bodenqualität, Feuchtigkeit und die Gesundheit von Pflanzen zusammenhängen, erfährst du im Detail in unserem Ratgeber über das Zusammenspiel von Wasser, Boden und Nährstoffen.

Bokashi vs. klassischer Kompost: Der Unterschied

Kompost und Bokashi verfolgen ein ähnliches Ziel: Beide helfen dabei, organisches Material wieder in den Boden zurückzuführen. Die Prozesse unterscheiden sich jedoch deutlich. Klassischer Kompost entsteht durch aerobe Verrottung mit Sauerstoff. Dieser Prozess dauert oft mehrere Monate. 

Bokashi dagegen fermentiert unter Luftabschluss und ist meist schon nach zwei bis drei Wochen fertig. Durch die Fermentation bleiben viele Nährstoffe erhalten und das Material bleibt biologisch sehr aktiv. Beide Methoden können sich sehr gut ergänzen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So machst du Bokashi selbst

Du brauchst keinen Garten und keinen Komposthaufen. Alles, was du brauchst, sind:

  • ein luftdichter Bokashi-Eimer
  • Bokashi-Ferment bzw. effektive Mikroorganismen
  • organische Küchenabfälle

Diese Materialien eignen sich für Bokashi:

  • Obst- und Gemüsereste
  • Kaffeesatz
  • Teebeutel
  • Eierschalen
  • Brot
  • gekochte Speisereste

Für Bokashi weniger geeignet sind:

  • große Flüssigkeitsmengen
  • stark verschimmelte Lebensmittel
  • größere Knochen

Und hier zur Anleitung:

  1. Küchenabfälle zerkleinern: Je kleiner die Stücke, desto schneller und gleichmäßiger verläuft die Fermentation.
  2. Materialien schichten und andrücken: Die Küchenreste schichtweise in den Eimer geben und immer wieder fest andrücken. Sauerstoff sollte möglichst vermieden werden. Anschließend jede Schicht mit Bokashi-Ferment bestreuen.
  3. Luftdicht verschließen: Den Eimer gut verschließen und an einem geschützten Ort lagern.
  4. Fermentieren lassen: Nach etwa zwei bis drei Wochen ist der Bokashi fertig. Typisch ist ein leicht säuerlicher Geruch, ähnlich wie Sauerkraut oder Essig.

Hinweis: Weißer Belag ist meist unproblematisch. Ein fauliger Geruch oder dunkler Schimmel deutet dagegen darauf hin, dass zu viel Sauerstoff eingedrungen ist.

Bokashi im Garten richtig anwenden

Das fertige Bokashi-Ferment sollte nicht direkt an empfindliche Wurzeln gegeben werden, da es zunächst noch recht sauer ist. Am besten wird es leicht in den Boden eingearbeitet und anschließend mit Erde bedeckt. Dort beginnen Mikroorganismen und Bodenlebewesen damit, das Material in Humus umzuwandeln.

Bokashi eignet sich unter anderem für:

  • Gemüsebeete
  • Hochbeete
  • Gartenpflanzen
  • Obstbäume
  • Beerensträucher
  • Baumscheiben
  • Zimmerpflanzen in kleinen Mengen

Besonders interessant ist Bokashi für trockene, sandige oder biologisch ausgelaugte Böden.

Bokashi für Bäume nutzen

Bäume profitieren besonders von einem gesunden und lebendigen Boden. Gerade in Städten, auf Neubaugrundstücken oder in trockenen Regionen sind Böden häufig verdichtet, humusarm und können Wasser nur begrenzt speichern. Dadurch geraten Bäume bei längeren Trockenphasen schnell unter Stress.

Bokashi kann dabei helfen, die Bodenqualität rund um den Wurzelbereich langfristig zu verbessern. Wird das fermentierte organische Material in den Boden eingearbeitet, fördert es die Aktivität von Mikroorganismen und Bodenlebewesen. Diese bauen das Material nach und nach zu Humus um und schaffen eine lockere, fruchtbare Bodenstruktur.

Ein humusreicher Boden kann deutlich mehr Wasser aufnehmen und speichern als ein ausgelaugter Boden. Gleichzeitig verbessert sich die Durchlüftung des Wurzelraums und Nährstoffe werden besser verfügbar. Besonders junge Bäume profitieren davon, da sie noch kein tiefreichendes Wurzelsystem entwickelt haben und auf eine gute Wasserversorgung im oberen Bodenbereich angewiesen sind.

Auch bei Stadtbäumen kann Bokashi einen Beitrag zur Bodenverbesserung leisten. Durch die Förderung des Bodenlebens und den Aufbau organischer Substanz wird die natürliche Widerstandsfähigkeit des Standorts gestärkt. So können Bäume Trockenperioden oft besser überstehen und langfristig gesünder wachsen.

Wichtig: Bokashi sollte nicht direkt an Stamm oder empfindliche Feinwurzeln gebracht werden. Am besten wird das Ferment in etwas Abstand zum Stamm leicht in den Boden eingearbeitet und anschließend mit Erde bedeckt. Dort kann es in Ruhe weiter umgesetzt werden und seine positive Wirkung auf den Boden entfalten.

Für eine optimale Wasserversorgung empfiehlt es sich, die Bodenverbesserung durch Bokashi mit einer gezielten Bewässerung zu kombinieren. Gießringe, Baumscheiben und eine Mulchschicht helfen zusätzlich dabei, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten und den Wurzelbereich vor Austrocknung zu schützen.

Werkzeug-Tipp: Bokashi-Eimer und Bokashi-Saft

Für die Herstellung von Bokashi wird meist ein luftdichter Bokashi-Eimer verwendet. Viele Modelle besitzen zusätzlich einen Ablaufhahn. Während der Fermentation entsteht nämlich neben dem festen Ferment auch sogenannter Bokashi-Saft.

Dieser kann stark verdünnt als Flüssigdünger für Gartenpflanzen, Balkonpflanzen oder Zimmerpflanzen verwendet werden.

Bokashi, Wurmkompost und Terra Preta kombinieren

Bokashi ist nur eine von mehreren Methoden, um Böden langfristig zu verbessern. Während Bokashi vor allem organisches Material fermentiert und das Bodenleben aktiviert, liefert Wurmkompost bereits fertigen lebendigen Humus mit vielen Mikroorganismen und pflanzenverfügbaren Nährstoffen.

Pflanzenkohle wiederum verbessert besonders langfristig die Speicherfähigkeit von Wasser und Nährstoffen im Boden.

Die Methoden ergänzen sich sehr gut:

  • Bokashi aktiviert
  • Wurmkompost belebt
  • Terra Preta speichert

So entsteht Schritt für Schritt ein lebendiger und widerstandsfähiger Boden.

Vorteile und Nachteile von Bokashi

Wie jede Methode zur Bodenverbesserung hat auch Bokashi sowohl Vorteile als auch einige Nachteile. Wer die Fermentation von Küchenabfällen richtig anwendet, kann jedoch viele positive Effekte für Boden, Pflanzen und Umwelt erzielen.

Vorteile von Bokashi

  • Schnelle Herstellung: Im Gegensatz zu klassischem Kompost entsteht Bokashi bereits innerhalb von zwei bis drei Wochen. Während ein Komposthaufen oft mehrere Monate benötigt, steht das fermentierte Material deutlich schneller zur Verfügung.
  • Wenig Geruch: Bei einer erfolgreichen Fermentation entsteht ein leicht säuerlicher Geruch, der häufig mit Sauerkraut oder Essig verglichen wird. Dadurch eignet sich Bokashi auch für Haushalte ohne Garten oder für die Nutzung auf Balkon und Terrasse.
  • Nährstoffe bleiben weitgehend erhalten: Da die organischen Materialien fermentiert und nicht verrotten, gehen weniger Nährstoffe verloren. Das macht Bokashi zu einer wertvollen Ergänzung für Gemüsebeete, Gartenpflanzen, Bäume und andere Kulturen.
  • Auch ohne Garten möglich: Für die Herstellung genügt ein Bokashi-Eimer und ein geeigneter Platz in der Wohnung, im Keller oder auf dem Balkon. So können auch Menschen ohne eigenen Garten ihre Küchenabfälle sinnvoll verwerten.
  • Fördert das Bodenleben: Bokashi bringt organische Substanz und aktive Mikroorganismen in den Boden ein. Dadurch werden Regenwürmer und andere Bodenorganismen gefördert, die für den Humusaufbau und eine gute Bodenstruktur wichtig sind.

Nachteile von Bokashi

  • Anschaffung eines Bokashi-Eimers: Für die Herstellung wird in der Regel ein luftdichter Bokashi-Eimer benötigt. Hinzu kommen Bokashi-Ferment oder effektive Mikroorganismen, die regelmäßig nachgekauft werden müssen.
  • Material muss nach der Fermentation in den Boden eingebracht werden: Das fertige Bokashi-Ferment ist kein sofort nutzbarer Humus. Es muss zunächst in den Boden eingearbeitet werden, wo es von Mikroorganismen weiter umgesetzt wird. Wer keinen Garten oder keine Pflanzgefäße besitzt, hat daher nur eingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten.
  • Ferment ist zunächst sauer: Frisch fermentiertes Bokashi weist einen niedrigen pH-Wert auf und sollte deshalb nicht direkt mit empfindlichen Wurzeln in Kontakt kommen. Vor der Bepflanzung empfiehlt sich eine kurze Reifezeit im Boden.
  • Etwas mehr Aufwand als die Biotonne: Damit die Fermentation erfolgreich verläuft, müssen die Küchenabfälle regelmäßig zerkleinert, verdichtet und luftdicht gelagert werden. Der Aufwand ist zwar überschaubar, aber höher als bei der einfachen Entsorgung über die Biotonne.

Natürlich düngen und das Bodenleben aktivieren

Die Kraft des Bodens

Tipps, Wissen und Praxis für starke Bäume

Entdecke weitere Beiträge

Düngung kann die Bodenfruchtbarkeit verbessern und die Versorgung des Baumes mit essenziellen Nährstoffen unterstützen. Besonders in städtischen oder intensiv genutzten Böden kommt es häufig zu Nährstoffverlusten durch Auswaschung, Bodenverdichtung oder das Entfernen von Laub und organischem Material. Dadurch fehlt dem Boden langfristig organische Substanz, die für eine stabile Bodenstruktur und ein aktives Bodenleben wichtig ist.

Eine gezielte Düngung kann helfen, Humus aufzubauen, mikrobiologische Aktivität zu fördern und die Nährstoffverfügbarkeit zu stabilisieren. Gleichzeitig sollte Düngung immer bedarfsgerecht erfolgen. Viele Garten- und Stadtböden sind bereits mit einzelnen Nährstoffen – insbesondere Stickstoff oder Phosphor – überversorgt. Eine pauschale Düngung ohne Kenntnis des Bodenzustands kann deshalb ökologisch problematisch sein und das Wachstum des Baumes sogar negativ beeinflussen.

Organische Dünger wie Kompost, Wurmkompost oder andere humusbildende Materialien wirken langsamer, aber nachhaltiger. Sie liefern nicht nur Nährstoffe, sondern auch organische Substanz, die den Boden langfristig verbessert. Dadurch steigt die Wasserspeicherfähigkeit, die Krümelstruktur und die Aktivität von Bodenorganismen wie Bakterien, Pilzen und Regenwürmern.

Mineralische Dünger enthalten dagegen meist konzentrierte, sofort verfügbare Nährstoffe (z. B. Stickstoff, Phosphor, Kalium). Sie können kurzfristig Mangelerscheinungen ausgleichen, tragen aber nicht zur Humusbildung oder zur Verbesserung der Bodenstruktur bei. In vielen Fällen ist daher eine organische oder organisch-mineralische Düngung für Bäume langfristig sinnvoller, insbesondere in urbanen Böden mit geringer biologischer Aktivität.

Ja, eine Bodenanalyse ist die zuverlässigste Grundlage für eine bedarfsgerechte Düngung. Der Zustand eines Bodens lässt sich visuell nur sehr begrenzt beurteilen. Viele Böden enthalten bereits hohe Mengen einzelner Nährstoffe, während andere Elemente fehlen oder im falschen Verhältnis vorliegen.

Eine professionelle Bodenanalyse liefert Informationen über pH-Wert, Nährstoffgehalte (z. B. Phosphor, Kalium, Magnesium) und teilweise auch Humusanteile. Diese Werte ermöglichen eine deutlich gezieltere Düngeempfehlung. In Deutschland kostet eine einfache Bodenanalyse häufig nur etwa 20–40 € und kann über LUFA-Labore oder landwirtschaftliche Untersuchungsstellen durchgeführt werden.

Nährstoffmangel zeigt sich häufig durch Veränderungen an Blättern und Wachstum. Typische Symptome sind Vergilbungen, Aufhellungen zwischen den Blattadern, vorzeitiger Blattabwurf, geringerer Jahreszuwachs oder eine reduzierte Blütenbildung.

Diese Symptome können jedoch auch durch Wasserstress oder Bodenverdichtung entstehen. Besonders Trockenstress führt häufig zu ähnlichen Blattveränderungen, da die Pflanze Wasser und damit auch Nährstoffe schlechter aufnehmen kann. Deshalb sollte bei Verdacht auf Nährstoffmangel zunächst geprüft werden, ob der Baum ausreichend mit Wasser versorgt wird und ob der Boden ausreichend durchlüftet ist.

Ja, Bäume können auch über Baumbewässerungssäcke gedüngt werden. Die Säcke geben Wasser langsam und gleichmäßig an den Boden ab. Dadurch gelangt die verdünnte Nährlösung über mehrere Stunden in den Wurzelraum. Auf diese Weise kommt ein großer Teil des Bodens rund um den Baum mit der Nährstofflösung in Kontakt, was die Aufnahme über die Feinwurzeln erleichtert.

Wichtig ist, ausschließlich flüssige Dünger zu verwenden und diese ausreichend zu verdünnen. Feste Bestandteile können die Auslassöffnungen der Bewässerungssäcke verstopfen. Auch sehr dicke oder stark riechende Jauchen sind ungeeignet. Gut lösliche organische Flüssigdünger lassen sich dagegen problemlos mit Wasser mischen und gleichmäßig über den Bewässerungssack ausbringen.

Der optimale Zeitpunkt für eine Düngung liegt in der Hauptwachstumsphase der Bäume, meist zwischen Frühjahr und Frühsommer. In dieser Zeit bildet der Baum neue Triebe, Blätter und Feinwurzeln und benötigt daher mehr Nährstoffe. Organische Dünger können bereits im Frühjahr ausgebracht werden, da sie ihre Wirkung oft über mehrere Wochen oder Monate entfalten.

Spätsommerliche oder sehr späte Düngungen mit stark stickstoffhaltigen Düngern sollten vermieden werden, da sie das Wachstum neuer Triebe anregen können, die vor dem Winter nicht mehr ausreichend ausreifen.

Ein aktives Bodenleben ist entscheidend für die langfristige Nährstoffversorgung von Pflanzen. Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und andere Bodenorganismen bauen organische Substanz ab und wandeln sie in pflanzenverfügbare Nährstoffe um. Gleichzeitig stabilisieren sie die Bodenstruktur und fördern die Bildung von Humus.

Besonders wichtig sind dabei Mykorrhiza-Pilze, die mit den Wurzeln vieler Bäume eine symbiotische Verbindung eingehen. Diese Pilze vergrößern die effektive Wurzeloberfläche und verbessern so die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Organische Düngung und humusreiche Böden fördern diese Prozesse und tragen langfristig zu einem stabilen Bodenökosystem bei.

Der Schlüssel für gesunde Stadtbäume

Warum Wasser allein oft nicht reicht

Super Idee, einfache Handhabung und von der Bestellung bis zur Lieferung alles bestens.

Michael K.

Der baumbad Bewässerungssack

Hol Dir Deinen Premium Bewässerungs­beutel