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12.08.2026
Unter vielen Bäumen sieht der Boden oft wenig einladend aus: Der Rasen wächst nur spärlich, die Erde ist trocken und im Sommer entstehen kahle Flächen. Viele Gartenbesitzer und Baumpat:innen fragen sich deshalb: Kann man unter einem Baum überhaupt etwas pflanzen?
Die Antwort lautet: Ja. Mit den richtigen Begleitpflanzen kann eine Baumscheibe nicht nur schöner aussehen, sondern auch aktiv zur Gesundheit des Baumes beitragen.
Denn eine bepflanzte Baumscheibe schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung, reduziert die Verdunstung, fördert das Bodenleben und hilft dabei, Feuchtigkeit länger im Boden zu halten. Sie übernimmt damit ähnliche Aufgaben wie die natürliche Bodenvegetation im Wald.
In diesem Artikel erfährst du, welche Pflanzen sich für die Unterpflanzung von Bäumen eignen, welche Besonderheiten verschiedene Baumarten mitbringen und wie du eine Baumscheibe schonend bepflanzt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Unter Bäumen herrschen oft schwierige Bedingungen durch Schatten, Wurzelkonkurrenz und Trockesdfnheit.
- Eine bepflanzte Baumscheibe schützt den Boden vor Austrocknung und Überhitzung.
- Bodendecker und schattenverträgliche Stauden eignen sich besonders gut für die Unterpflanzung.
- Flachwurzelnde Baumarten sind schwieriger zu unterpflanzen als Tiefwurzler.
- Beim Pflanzen sollten Baumwurzeln möglichst nicht verletzt werden.
- Einige Begleitpflanzen können den Boden zusätzlich mit Stickstoff anreichern und die Bodenstruktur verbessern.
- Mulch, Kompost und Wurmkompost fördern die Entwicklung eines lebendigen Bodens.
- In trockenen Sommern benötigen Baum und Begleitpflanzen ausreichend Wasser.
Inhalt
- Warum wächst unter Bäumen oft so wenig?
- Warum eine bepflanzte Baumscheibe oft besser ist als nackter Boden
- Welche Bäume lassen sich gut unterpflanzen?
- Welche Pflanzen eignen sich für die Unterpflanzung?
- Stickstoffsammler als natürliche Bodenhelfer
- So bepflanzt du eine Baumscheibe richtig
- Das Wasser-Dilemma: Baum und Begleitpflanzen teilen sich dieselben Reserven
- Wurmkompost für eine gesunde Baumscheibe
- Welche Pflanzen solltest du besser vermeiden?
- Häufige Fehler bei der Unterpflanzung
- Fazit
Warum wächst unter Bäumen oft so wenig?
Wer schon einmal versucht hat, unter einem großen Baum etwas anzupflanzen, kennt die Herausforderung: Viele Pflanzen wachsen nur schwach oder verschwinden nach kurzer Zeit wieder. Dafür gibt es mehrere Gründe:
Die Baumkrone fängt einen Teil des Regens ab und reduziert gleichzeitig das Sonnenlicht. Zudem konkurrieren die Baumwurzeln mit anderen Pflanzen um Wasser und Nährstoffe. Besonders während trockener Sommer entsteht dadurch ein Standort, der für viele Gartenpflanzen schwierig ist.
Hinzu kommt, dass manche Baumarten ihre Wurzeln direkt unter der Oberfläche ausbreiten. Dadurch bleibt für andere Pflanzen nur wenig durchwurzelbarer Boden übrig.
Warum eine bepflanzte Baumscheibe oft besser ist als nackter Boden
Viele Menschen lassen die Fläche unter dem Baum frei oder versuchen dort Rasen wachsen zu lassen. Aus ökologischer Sicht ist das jedoch oft nicht die beste Lösung. Eine geschlossene Pflanzendecke kann helfen:
- die Bodentemperatur zu senken
- die Verdunstung zu reduzieren
- Humus aufzubauen
- Regenwürmer und Mikroorganismen zu fördern
- den Boden vor Austrocknung zu schützen
- die Artenvielfalt im Garten zu erhöhen
Die Natur macht es uns vor: Im Wald findet man unter gesunden Bäumen selten nackte Erde. Dort sorgen Kräuter, Farne, Moose, Laub und abgestorbenes Pflanzenmaterial für einen dauerhaft geschützten Boden. Eine gut geplante Unterpflanzung kann diese Funktion auch im Garten übernehmen.
Welche Bäume lassen sich gut unterpflanzen?
Nicht jede Baumart eignet sich gleich gut für eine Unterpflanzung. Relativ einfach zu bepflanzen sind zum Beispiel Obstbäume, Eichen, Kiefern, Lärchen und Esskastanien.
Hier befindet sich ein großer Teil der Wurzeln in tieferen Bodenschichten, sodass Begleitpflanzen oft ausreichend Platz finden. Schwieriger wird es dagegen unter Birken, Buchen, Ahorn, Fichten und Walnussbäumen. Diese Bäume bilden häufig ein dichtes Wurzelnetz direkt unter der Oberfläche. Dadurch konkurrieren Begleitpflanzen stärker um Wasser und Nährstoffe.
Welche Pflanzen eignen sich für die Unterpflanzung?
Hier eine Übersicht für verschiedene Pflanzen, die sich als Begleitgrün für Bäume eignen:
Bodendecker: Schützen den Boden dauerhaft
Diese Pflanzen bilden einen dichten Teppich und schützen dadurch den Boden vor Hitze und Verdunstung.
- Elfenblume (Epimedium): ideal für trockenen Schatten
- Storchschnabel (Geranium): robust, pflegeleicht, gute Bodendeckung
- Golderdbeere (Waldsteinia): immergrün, trockenheitsverträglich
- Immergrün (Vinca minor): ganzjährig grün
- Schaumblüte (Tiarella): schöner Bodendecker für halbschattige Standorte
Blühpflanzen und Stauden: Fördern die Artenvielfalt
Diese Pflanzen bringen Farbe in die Baumscheibe und bieten Nahrung für Insekten.
- Akelei: beliebt bei Wildbienen
- Frauenmantel: pflegeleicht
- Veilchen: frühe Blüten für Insekten
- Herbst-Anemone: späte Blüte
- Gemswurz: blüht bereits im Frühjahr
- Bergenie: robuste Blätter, frühe Blüte
Naturnahe Waldpflanzen
Diese Pflanzen wachsen auch in Wäldern.
- Waldmeister: klassischer Wald-Bodendecker
- Farne: strukturreich und schattenverträglich
- Duftende Funkie (Hosta): große dekorative Blätter
- Lungenkraut (Pulmonaria): frühe Blüte, wichtige Bienenpflanze
Für sonnige Baumscheiben
Diese Pflanzen kommen mit Trockenheit gut zurecht und sind gleichzeitig wertvolle Insektenpflanzen.
- Lavendel
- Salbei
- Thymian
- Katzenminze
- Oregano
Stickstoffsammler als natürliche Bodenhelfer
Neben klassischen Bodendeckern gibt es einige Pflanzen, die den Boden aktiv verbessern können. Dazu gehören beispielsweise Weißklee, Inkarnatklee, Luzerne oder Lupinen. Diese Pflanzen leben in Symbiose mit sogenannten Knöllchenbakterien. Die Bakterien können Stickstoff aus der Luft binden und teilweise für andere Pflanzen im Boden verfügbar machen. Deshalb werden solche Pflanzen häufig als Gründüngung eingesetzt. Unter geeigneten Bedingungen können sie dazu beitragen:
- den Humusaufbau zu fördern
- die biologische Aktivität des Bodens zu erhöhen
- die Bodenstruktur zu verbessern
- den Boden vor Erosion zu schützen
In Obstgärten und naturnahen Gärten werden solche Pflanzen häufig als Teil einer lebendigen Baumscheibe eingesetzt.
So bepflanzt du eine Baumscheibe richtig
Beim Anlegen einer Unterpflanzung solltest du möglichst schonend vorgehen. Wichtig ist:
- Baumwurzeln nicht durch Umgraben verletzen
- nur kleine Pflanzlöcher ausheben
- vorhandene Wurzeln respektieren
- keine schweren Maschinen einsetzen
Je älter ein Baum ist, desto vorsichtiger solltest du im Wurzelbereich arbeiten.
Eine dünne Schicht Kompost oder humusreiche Pflanzerde kann den jungen Pflanzen das Anwachsen erleichtern.
Das Wasser-Dilemma: Baum und Begleitpflanzen teilen sich dieselben Reserven
Auch die beste Unterpflanzung kann Trockenheit nicht vollständig ausgleichen. Baum und Begleitpflanzen greifen auf dieselben Wasserreserven im Boden zu. Besonders in heißen Sommern kann dies zu zusätzlichem Stress führen.
Deshalb bleibt eine ausreichende Wasserversorgung wichtig. Idealerweise wird langsam und durchdringend gegossen, damit das Wasser sowohl die Baumwurzeln als auch die Begleitpflanzen erreicht.
Eine Mulchschicht oder eine dichte Pflanzendecke hilft zusätzlich dabei, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.
Wurmkompost für eine gesunde Baumscheibe
Begleitpflanzen profitieren von einem lebendigen Boden. Wurmkompost kann dabei helfen, die Bodenstruktur zu verbessern und das Bodenleben zu fördern. Er liefert:
- organische Nährstoffe
- Huminsäuren
- Mikroorganismen
- organische Substanz
Dadurch verbessert sich langfristig die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Gleichzeitig werden sowohl die Begleitpflanzen als auch der Baum unterstützt. Besonders auf ausgelaugten oder verdichteten Böden kann Wurmkompost helfen, die natürliche Bodenfunktion wieder zu stärken.
Welche Pflanzen solltest du besser vermeiden?
Wichtig ist auch zu beachten, dass sich nicht jede Pflanze für die Unterpflanzung eines Baumes eignet. Einige Arten beispielsweise konkurrieren zu stark mit dem Baum oder erschweren seine Pflege. Deshalb solltest du möglichst auf folgende Pflanzen verzichten:
- Stark wuchernde Pflanzen können andere Begleitpflanzen verdrängen und den Wurzelbereich vollständig überwuchern.
- Große Sträucher oder Gehölze konkurrieren oft direkt mit dem Baum um Wasser, Nährstoffe und Wurzelraum. Für Baumscheiben sind deshalb niedrig wachsende Pflanzen meist die bessere Wahl.
- Wasserhungrige Stauden erhöhen den Wasserbedarf zusätzlich. Besonders in trockenen Sommern kann dadurch die Konkurrenz um die ohnehin knappen Wasserreserven zunehmen.
- Invasive Pflanzenarten breiten sich häufig unkontrolliert aus und können heimische Pflanzen verdrängen. In naturnahen Gärten sollte deshalb möglichst auf sie verzichtet werden.
- Pflanzen mit kräftigen oder aggressiven Wurzeln konkurrieren besonders stark mit den Feinwurzeln des Baumes und erschweren das Anwachsen anderer Begleitpflanzen.
Grundsätzlich gilt: Je weniger Konkurrenz im Wurzelbereich entsteht, desto besser können sich Baum und Begleitpflanzen langfristig gemeinsam entwickeln. Besonders bewährt haben sich daher niedrig wachsende, schattenverträgliche Bodendecker und Stauden, die den Boden schützen, ohne den Baum zusätzlich zu belasten.
Häufige Fehler bei der Unterpflanzung
Zu tief graben
Beschädigte Baumwurzeln können die Gesundheit des Baumes beeinträchtigen.
Zu große Pflanzen verwenden
Größere Gehölze konkurrieren häufig direkt mit dem Baum um Wasser und Nährstoffe.
Den Wasserbedarf unterschätzen
Besonders in trockenen Sommern benötigen sowohl Baum als auch Unterpflanzung ausreichend Wasser.
Den Boden ungeschützt lassen
Offene Bodenflächen trocknen deutlich schneller aus und bieten weniger Lebensraum für Bodenorganismen.
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Michael K.