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Durch einen Baumschnitt kannst du Gesundheit, Wachstum und Form deines Baumes fördern. Doch welcher Baum benötigt überhaupt einen Schnitt? Und: Wann und wie sollte man Bäume schneiden? In diesem Artikel findest du alle wichtigen Informationen zu diesem spannenden Thema.

Warum sollte man Bäume schneiden?

Warum Bäume schneiden, wenn es in der Natur auch keiner macht? Das ist eine berechtigte Frage. Bäume überleben auch ohne Schnitt. Und doch bietet ein Schnitt einige Vorteile:

  • Durch das Entfernen verletzter oder abgestorbener Äste kann sich der Baum besser regenerieren und neue Triebe bilden.
  • Ein Baumschnitt fördert das Wachstum junger Triebe.
  • Ein regelmäßiger Schnitt hilft dabei, dem Baum eine schöne Form und ein gutes Aussehen zu verleihen.
  • Bei Obstbäumen kann ein Schnitt dazu führen, dass der Bäume mehr und größere Früchte herausbildet.

Wann sollte man Bäume schneiden?

Der Zeitpunkt hängt von der Baumart und der gewünschten Wirkung ab. Die meisten Bäume werden idealerweise zwischen März und September geschnitten. In dieser Zeit können ihre Wunden schneller heilen, wodurch sich das Infektionsrisiko verringert. Wir empfehlen dir, spezifische Informationen zu deiner Baumart zu suchen, damit du deinen Baum möglichst gut unterstützen kannst.

Hier sind einige Richtlinien, die dir bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts helfen:

  • Der Winter ist generell eine gute Zeit für den Schnitt. Ohne Blätter sind die Baumstrukturen gut erkennbar, und der Rückschnitt führt oft zu einem kräftigen Wachstum im Frühjahr (deshalb nur Bäume im Winter schneiden, die noch kräftig wachsen dürfen). Es gibt aber auch einen großen Nachteil: Bei Temperaturen unter 0°C kann es durch den Frost zur Schädigung an der Wunde kommen.
  • Deshalb ist der Frühling für viele Bäume besser geeignet. Wie der Schnitt im Winter führt auch ein Schnitt im Frühling zu einem stärkeren Wachstum und Austrieb. Hast du bereits einen großen Baum, eignet sich ein Schnitt im Sommer besser.
  • Der Sommer ist eine gute Zeit, um das Wachstum zu verlangsamen. Dies ist besonders nützlich, wenn Bäume oder Sträucher zu groß werden.

Das heißt: Wenn du möchtest, dass dein Baum noch kräftig wächst, dann kannst du den Baum im Winter oder Frühjahr schneiden. Wenn du das Wachstum eines Baumes verlangsamen möchtest, empfehlen wir dir, einen Schnitt im Sommer zu machen.

Hinweis:
Zwischen dem 1. März und 30. September gilt in Deutschland eine Schutzzeit für brütende Vögel (§39 BNatSchG). In dieser Zeit sind starke Rückschnitte in der Regel nicht erlaubt. Kleinere Pflege- oder Formschnitte sowie das Entfernen von Totholz sind meist möglich. Im Zweifel lohnt sich ein kurzer Blick in die lokalen Vorgaben.

Wie schneidet man Bäume richtig?

Beim Baumschnitt sind die richtigen Werkzeuge und die richtige Technik wichtig:

  • Wir empfehlen scharfe und gut gewartete Werkzeuge, um saubere Schnitte zu erzielen. Hilfreich ist eine scharfe Gartenschere für dünnere Äste und eine Säge für dickere Zweige.
  • Als Erstes kannst du tote, beschädigte und kranke Äste entfernen.
  • Besonders bei Obstbäumen empfehlen wir, die Krone auszulichten. Eine Krone, die nicht zu dicht ist, reduziert das Auftreten von Pilzerkrankungen. Schneide hier auch einiges zurück, was nach innen wächst, sich überkreuzt oder überlagert.
  • Vermeide Huthaken: Eine wichtige Regel beim Baumschnitt ist, die Äste sauber am Stamm oder dem Seitentrieb abzuschneiden. Bleiben Aststummel stehen, entstehen sogenannte Huthaken. Diese sterben mit der Zeit ab und bilden eine Möglichkeit, dass Erreger eindringen können.
  • Denke beim Schneiden daran, dass ein Beschneiden im Winter und Frühjahr später ein starkes Wachstum auslösen wird. Je stärker du zurückschneidest, desto stärker wird der Baum mit neuem Austrieb reagieren.
  • Wenn du einen alten Baum schneidest, konzentriere dich auf das Entfernen schwacher oder zu dicht stehender Triebe. Dies fördert das Wachstum neuer, kräftiger Triebe und verlängert die Lebensdauer des Baumes.

Welche Bäume brauchen regelmäßig einen Schnitt?

Obstbäume:

Ein regelmäßiger Schnitt fördert langfristig Ertrag und Gesundheit von Obstbäumen. Ohne regelmäßigen Rückschnitt bilden sie oft eine sehr dichte Krone, die weniger Licht ins Innere lässt. Ein gezielter Schnitt sorgt dafür, dass:

  • mehr Licht und Luft in die Krone gelangen
  • sich kräftige Fruchttriebe entwickeln
  • Krankheiten und Pilzbefall reduziert werden
  • die Früchte größer und qualitativ besser werden

Formgehölze und kleine Gartenbäume

Bäume, die gezielt in Form gehalten werden sollen – etwa Kugelbäume oder kleinere Zierbäume – benötigen ebenfalls regelmäßige Pflege. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Kugelahorn
  • Zierkirschen
  • Säulenbäume

Hier steht weniger die Gesundheit als vielmehr die gewünschte Wuchsform im Fokus. Ein regelmäßiger Formschnitt sorgt dafür, dass die charakteristische Form erhalten bleibt.

Ältere Bäume

Auch ältere Bäume können von einem gezielten Schnitt profitieren, insbesondere wenn sie lange nicht gepflegt wurden. Hier geht es vor allem darum:

  • abgestorbene oder schwache Äste zu entfernen
  • neue, kräftige Triebe zu fördern

Wichtig ist dabei, vorsichtig vorzugehen und größere Eingriffe auf mehrere Jahre zu verteilen, um den Baum nicht zu stark zu belasten.

Viele heimische Laub- und Waldbäume kommen dagegen mit sehr wenig Pflege aus. Diese Bäume entwickeln von Natur aus eine stabile Wuchsform. Hier reicht es meist aus, gelegentlich Totholz zu entfernen oder bei Bedarf einzelne Äste zu schneiden. 

Häufige Fehler beim Baumschnitt vermeiden

Ein Baumschnitt kann deinem Baum helfen, oder ihm auch schaden. Wenn du die folgenden Punkte kennst, kannst du die häufigsten Probleme vermeiden. Hier die wichtigsten Fehler, die du beim Baumschnitt vermeiden solltest:

1. Zu viel auf einmal schneiden

Ein häufiger Fehler ist ein zu starker Rückschnitt. Wenn große Teile der Krone entfernt werden, gerät der Baum unter Stress. Die Folge:

  • starker, unkontrollierter Neuaustrieb (Wasserschosse)
  • geschwächte Baumstruktur
  • erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten

Als Faustregel gilt: Nicht mehr als etwa 20–30 % der Krone auf einmal entfernen. Größere Eingriffe solltest du auf mehrere Jahre verteilen.

2. Zum falschen Zeitpunkt schneiden

Der Zeitpunkt des Schnitts hat großen Einfluss auf das Wachstum. Typische Fehler hier sind:

  • Schnitt bei Frost: Wunden können geschädigt werden
  • Schnitt während der Hauptwachstumsphase ohne Ziel: unnötiger Stress
  • Missachtung der Schutzzeit für Vögel 

Überlege dir vor dem Schnitt: Willst du Wachstum fördern oder bremsen? Danach richtet sich der richtige Zeitpunkt.

3. Stummel stehen lassen („Huthaken“)

Wenn Äste nicht sauber am Astring (Übergang zum Stamm oder Seitentrieb) abgeschnitten werden, können Stummel stehen bleiben. Mögliche Folgen sind:

  • das Holz stirbt ab
  • Krankheitserreger können eindringen
  • der Baum kann die Wunde schlechter schließen

Deshalb gilt: Immer sauber am Astring schneiden. Nicht zu weit außen, aber auch nicht in den Stamm hinein.

4. Zu nah am Stamm schneiden

Das Gegenteil ist ebenfalls problematisch: Wenn du zu dicht am Stamm schneidest und den Astring verletzt, kann der Baum die Wunde schlechter verschließen.

5. Unscharfe Werkzeuge verwenden

Unscharfe Werkzeuge können das Holz quetschen, statt es sauber zu schneiden. Die Folgen können sein:

  • ausgefranste Wunden
  • schlechtere Heilung
  • höheres Risiko für Krankheiten

Verwende deshalb:

  • scharfe Gartenscheren für dünne Äste
  • geeignete Sägen für dickere Äste

6. Die natürliche Wuchsform ignorieren

Jeder Baum hat eine typische Wuchsform. Wenn diese stark verändert wird, kann das zu instabilem Wachstum führen. Typische Fehler sind: 

  • einseitiger Rückschnitt
  • Entfernen tragender Äste
  • Radikalschnitt ohne Plan

Orientiere dich an der natürlichen Struktur des Baumes und arbeite mit ihr, nicht dagegen. 

7. Zu wenig statt zu viel schneiden

Auch das kommt vor: Aus Unsicherheit wird gar nicht oder nur minimal geschnitten, obwohl es sinnvoll wäre. Das kann dazu führen, dass:

  • die Krone zu dicht wird
  • Licht und Luft fehlen
  • Krankheiten begünstigt werden 

Gesetzliche Regelungen beim Baumschnitt

Beim Baumschnitt gelten in Deutschland gesetzliche Vorgaben, vor allem zum Schutz von Vögeln und anderen Tieren.

Zwischen dem 1. März und 30. September sind starke Rückschnitte und Rodungen laut Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 BNatSchG) in der Regel verboten. In dieser Zeit brüten viele Vögel in Bäumen und Sträuchern.

Auch während der Schutzzeit sind allerdings leichte Pflege- und Formschnitte sowie das Entfernen von Totholz meist erlaubt, solange keine Nester gestört werden.

Zusätzlich dazu können lokale Baumschutzsatzungen gelten. Diese regeln z. B., ob bestimmte Bäume nur mit Genehmigung geschnitten werden dürfen.

Vor größeren Schnittmaßnahmen solltest du kurz prüfen:

  • Ist Schutzzeit?
  • Gibt es Nester im Baum? 
  • Gibt es lokale Vorschriften?

Jeder Baum ist anders

Bevor du dich an den Schnitt machst, empfehlen wir dir, spezifische Informationen zu deiner Baumart zu suchen. Viele Bäume haben ihre Besonderheiten beim Schnitt. Beachte auch, dass ein unsachgemäßer Baumschnitt mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen kann. Wenn du dich ernsthaft mit dem Baumschnitt auseinandersetzen willst, empfehlen wir dir, ein gutes Buch zu diesem Thema mit zahlreichen Abbildungen zu kaufen. 

Weitere Pflege von Bäumen

  • Bäume gießen: Nach einem Rückschnitt kann sich der Wasserbedarf deines Baumes verändern. Besonders in trockenen Phasen ist eine ausreichende Wasserversorgung wichtig, um die Regeneration und den Neuaustrieb zu unterstützen. Mehr zum richtigen Gießen von Bäumen findest du in unserem ausführlichen Ratgeber.
  • Bäume düngen: Ein gezieltes Düngen kann deinem Baum helfen, nach dem Schnitt neue Triebe zu bilden. Wichtig ist dabei ein maßvoller Einsatz, da zu viel Dünger zu unkontrolliertem Wachstum führen kann. Mehr Informationen zum Düngen von Bäumen findest du in diesem Artikel.
  • Bäume mulchen: Mulchen verbessert die Bodenstruktur, fördert das Bodenleben und schützt den Boden vor Austrocknung. Dadurch wird die Wasserversorgung deines Baumes langfristig unterstützt. Mehr zum Mulchen von Bäumen erfährst du hier
  • Kalkanstrich als Schutz: Ein Kalkanstrich schützt den Stamm vor starken Temperaturschwankungen, insbesondere im Winter. So lassen sich Spannungsrisse in der Rinde vermeiden. Mehr Informationen zum Kalkanstrich für Bäume findest du hier.
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